Inhalt
In 24 Kurzgeschichten erzählt Susanne Henke von gemeinen, missgünstigen, genervten Menschen, die eine Person loswerden oder ihr zumindest schaden wollen. Nicht immer handelt es sich in den Geschichten um Mord, oft nutzen die Personen nur den sich gerade bietenden Moment: Als eine Frau am Bahnsteig zum Beispiel stolpert, lässt ihr Freund einfach ihre Hand los. Und der gerade aus Japan zurückgekehrte Zen-Buddhist nimmt es in Kauf, dass sein Nachbar sich an der Pilzsuppe vergiften könnte.
Nicht nur Morde
Nicht immer geht es aber ausschließlich um Mord. Thorsten zum Beispiel rächt sich an seine Freundin, indem er vor dem Traualtar das Ja-Wort verweigert. Christine und Mareike machen ihre Männer so betrunken, dass sie sich deren Tickets für das WM-Spiel bemächtigen können. Henkes Erzählungen sind also nicht nur Mordstories, sondern lassen sich unter dem Titel einer vorherigen Ausgabe von Henkes Erzählungen am treffendsten mit bissige Stories für boshafte Leser zusammenfassen.
Sprache
Durch die eindringliche Sprache schafft es Henke, den Leser sofort in ihre Geschichten hineinzuziehen. Sprachlich interessant ist vor allem die Geschichte Abgefüllt, in der sich ihre Sprachkraft zeigt: Die Atmosphäre steigert sich immer mehr ins Chaotische, das Tempo erhöht sich durch elliptische Sätze, bis es zum bösen Ende kommt.
Zielpublikum
Überwiegend gelungen sind die 24 Kurzgeschichten, die aber vor allem für diejenigen zu empfehlen sind, die gerne mit Schadenfreude lesen oder selbst genervt sind und ihren Frust über unliebsame Menschen gerne loswerden wollen. Für ruhigere, ausgeglichene Gemüter dagegen kann die Missgunst und Feindseligkeit zwischen den Figuren auf Dauer etwas nervend sein.
Fazit
Wenn man Henkes Erzählungen aber mit einem Augenzwinkern liest, dann eignen sie sich wunderbar für zwischendurch, wenn man mal wieder einen Groll gegen den Arbeitskollegen hegt oder am liebsten so richtig gemein sein möchte.





