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Sep. 02

Makellose Morde to go

von Susanne Henke

Books on Demand 2009
130 Seiten, 9,90
ISBN 978-3839192528

Makellose Morde to go

Morde to go? Also Morde, verpackt in kleine Kurzgeschichten? Und dann auch noch mit einer Prise Humor? Ich konnte mir unter diesem Buch zunächst nicht viel vorstellen. Und auch wenn Morde generell nicht so mein Lieblingsthema beim Lesen sind, war ich auf die Umsetzung neugierig.

Inhalt

In 24 Kurzgeschichten erzählt Susanne Henke von gemeinen, missgünstigen, genervten Menschen, die eine Person loswerden oder ihr zumindest schaden wollen. Nicht immer handelt es sich in den Geschichten um Mord, oft nutzen die Personen nur den sich gerade bietenden Moment: Als eine Frau am Bahnsteig zum Beispiel stolpert, lässt ihr Freund einfach ihre Hand los. Und der gerade aus Japan zurückgekehrte Zen-Buddhist nimmt es in Kauf, dass sein Nachbar sich an der Pilzsuppe vergiften könnte.

Nicht nur Morde

Nicht immer geht es aber ausschließlich um Mord. Thorsten zum Beispiel rächt sich an seine Freundin, indem er vor dem Traualtar das Ja-Wort verweigert. Christine und Mareike machen ihre Männer so betrunken, dass sie sich deren Tickets für das WM-Spiel bemächtigen können. Henkes Erzählungen sind also nicht nur Mordstories, sondern lassen sich unter dem Titel einer vorherigen Ausgabe von Henkes Erzählungen am treffendsten mit bissige Stories für boshafte Leser zusammenfassen.

Sprache

Durch die eindringliche Sprache schafft es Henke, den Leser sofort in ihre Geschichten hineinzuziehen. Sprachlich interessant ist vor allem die Geschichte Abgefüllt, in der sich ihre Sprachkraft zeigt: Die Atmosphäre steigert sich immer mehr ins Chaotische, das Tempo erhöht sich durch elliptische Sätze, bis es zum bösen Ende kommt.

Zielpublikum

Überwiegend gelungen sind die 24 Kurzgeschichten, die aber vor allem für diejenigen zu empfehlen sind, die gerne mit Schadenfreude lesen oder selbst genervt sind und ihren Frust über unliebsame Menschen gerne loswerden wollen. Für ruhigere, ausgeglichene Gemüter dagegen kann die Missgunst und Feindseligkeit zwischen den Figuren auf Dauer etwas nervend sein.

Fazit

Wenn man Henkes Erzählungen aber mit einem Augenzwinkern liest, dann eignen sie sich wunderbar für zwischendurch, wenn man mal wieder einen Groll gegen den Arbeitskollegen hegt oder am liebsten so richtig gemein sein möchte.

Kommentare (3)

Sophia!

Eine wirklich gute Rezension, die Lust macht auf mehr!
Liebe Grüße

Sep. 05

Grete_o_Grete

Ich finde es wirklich spannend, wie bei diesem Buch die Bewertungen wieder auseinander klaffen. Da muss man sich wohl selbst ein Bild machen ;-) – wie gut, dass ich es schon hier liegen habe.

Lieben Gruß von Grete

Sep. 07

Friederike

Hm… ja z.B. Anne Hansen habe ich ja schlecht bewertet, aber besondes die erwähnte Geschichte fand ich sprachlich echt gut. Teilweise ist mir das mit den Morden auch etwas zu makaber bzw. ich bin generell kein Mord-Fan, aber ich habe versucht, “objektiv” zu bleiben.

Sep. 07

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